Interview mit der Oleatex-Gründerin

Interview mit Zeynep (Co-Gründerin von Oleatex)

Das ist Zeynep: In Istanbul geboren und aufgewachsen, lebt Zeynep seit 2010 in Deutschland. Nach dem Studium im Bereich Werbewissenschaften und Online-Marketing in Istanbul, zog es sie für den Master ins Ausland. Sie lebt seitdem in Deutschland.

 

Mit Oleatex habt Ihr im vergangenen Jahr ein nachhaltiges und innovatives Material auf den Markt gebracht, welches aus Abfällen der Olivenindustrie hergestellt wird. Eine vegane Lederalternative. Wie lange hat die Entwicklung des Materials gedauert und habt Ihr in dieser Phase auch andere Rohmaterialien für die Herstellung in Betracht gezogen?

Wir arbeiten seit über 3 Jahren an diesem Projekt. Bevor Oleatex das erste Mal produziert wurde, haben meine Kolleginnen und Kollegen monatelang im Labor gearbeitet, um die richtige Rezeptur der einzelnen Bestandteile zu finden. Dieser Prozess ist nicht einfach, denn es müssen verschiedene Inhaltsstoffe so zusammengesetzt werden, dass am Ende ein hochwertiges Endprodukt entsteht. Den Prozess des Verbindens verschiedener Rohstoffe nennen wir Polymerisation. Damit die Polymerisation gelingt und ein beständiges Endprodukt geschaffen wird, muss das beste Verhältnis, der einzelnen Komponenten gefunden werden. Während dieses Prozesses haben wir verschiedene Rohmaterialien ausprobiert. Dabei hatten wir immer zwei Ziele vor Augen - die Herstellung und das Endprodukt müssen vegan und das Material langlebig und für verschiedene Bereiche einsetzbar sein.

Oleatex ist vegan. Für die Herstellung des Materials werden also keine tierischen Materialien eingesetzt. Oleatex ist damit eine tolle Alternative zu echtem Leder. Aber wie schneidet Oleatex im Vergleich zu Kunstleder ab? Was macht Oleatex nachhaltiger als herkömmliches Kunstleder?

Herkömmliches Kunstleder wird durch den Einsatz synthetischer Stoffe (Kunststoffe) wie Polyurethan oder Polyvinylchlorid erstellt. Mit Oleatex haben wir eine nachhaltige Alternative geschaffen, da wir den Einsatz von Polyurethan deutlich reduzieren, indem wir einen Abfallstoff, der ansonsten verbrannt werden würde, einsetzen. So reduzieren wir nicht nur den Einsatz von Kunststoffen, sondern geben Abfall aus der Olivenindustrie, der keinen Nutzungswert mehr hat, ein neues Leben. Noch nachhaltiger wäre eine Lederalternative auf 100% pflanzlicher Basis. Das ist heute sogar schon möglich, allerdings sind diese Alternativen nicht überall einsetzbar und sehr teuer. Insbesondere für Produkte wie Rucksäcke, die langlebig und strapazierfähig sein sollen, muss sichergestellt werden, dass der Rucksack nicht beim ersten Tragen kaputt geht. Denn ansonsten ist auch das nachhaltigste Material wenig nachhaltig.

Oleatex ist ein vielseitiges Material. Für welche Produkte eignet sich Oleatex als Material und welche Vorteile in der Handhabung hat Oleatex?

Da sind wir sehr flexibel. Die Materialdicke, Farben oder Strukturen können individuell gefertigt werden. Deshalb kann Oleatex überall dort eingesetzt werden, wo klassisches Kunstleder oder Echtleder auch eingesetzt wird. Für Taschen, Schuhe, Kleidung, Portemonnaies bis hin zu Möbeln.

Habt Ihr mit dem Markteintritt von Oleatex die Entwicklung eingestellt oder forscht und entwickelt Ihr bereits neue Alternativen und Möglichkeiten für innovative und nachhaltige Materialien?

Momentan konzentrieren wir uns auf die Weiterentwicklung von Oleatex. Unser Ziel ist es, Oleatex bald ganz ohne Polyurethan oder ähnliche Kunststoffe herstellen zu können. Wichtig ist uns dabei, dass die Langlebigkeit und die Einsatzmöglichkeiten nicht darunter leiden.


x

x